Interessante Fachtexte und Fragestellungen

 

1. W. Tönshoff Fremdsprachentheorie 

 

Tönshoff versteht Fremdsprachenlernen nicht als bloßen Sprach-Input oder als mechanische Übung, sondern als komplexen, vom Lernenden aktiv gestalteten Informationsverarbeitungsprozess. Fremdsprachentheorie muss aus seiner Sicht erklären, wie Lernende bewusst und geplant Strategien einsetzen, um Sprache zu erwerben, Informationen zu verarbeiten, zu speichern und anzuwenden. Strategien lassen sich dabei in kognitive und metakognitive unterscheiden, die jeweils unterschiedliche Rollen im Lernprozess spielen. 

 

Ein zentraler Punkt in Tönshoffs Theorie ist die Förderung strategischer Kompetenz:

  • Lernende sollen lernen, ihre eigenen Lernprozesse zu steuern, zu planen und zu reflektieren – also Lernerautonomie entwickeln.
  • Strategien sollen nicht isoliert, sondern im regulären Unterricht integriert vermittelt werden.
  • Bewusstmachende (kognitivierende) Vermittlungsverfahren sind wichtig, weil sie Lernende dazu befähigen, über ihre Lernprozesse nachzudenken und diese gezielt zu steuern.  

 

Tönshoff knüpft Fremdsprachentheorie eng an Didaktik und Unterrichtspraxis:

  • Fremdsprachentheorie liefert ihm zufolge empirisch gestützte Denkanstöße dafür, wie Lernprozesse und Lernstrategien im Unterricht unterstützt werden können.
  • In seinen Arbeiten (z. B. in Fremdsprachenlerntheorie. Ausgewählte Forschungsergebnisse und Denkanstöße für die Unterrichtspraxis) geht es darum, theoretische Erkenntnisse für die konkrete Gestaltung von Unterricht nutzbar zu machen.  

 

Ein weiteres Element seiner Fremdsprachentheorie ist der Begriff der Autonomie: Fremdsprachenlernen soll nicht nur auf Inhalte fokussiert sein, sondern darauf, den Lernenden zu helfen, selbstständig weiterzulernen, über Lernwege nachzudenken und eigene Lernstrategien zu entwickeln – also Kompetenzen zu erwerben, die über den Unterricht hinaus nützlich sind. 

2. Wortschatz, Wortschatzaneignung und Chunks im Fach Deutsch 

 

 

Wörter im Kopf & Mehrkanaliges Lernen

 Wie lernen wir Wortschatz effektiv im Fremdsprachenunterricht?

 

Was ist das Ziel des Fremdsprachenunterrichts

  • Entwicklung der kommunikativen Kompetenz
  • Sprache verstehen und aktiv anwenden
  • Fokus auf sinnvolle Kommunikation statt isoliertes Lernen

 

Man trainiert vier Fertigkeiten:

  • Hören
  • Lesen
  • Sprechen
  • Schreiben

         Alle vier Bereiche greifen ineinander und unterstützen sich gegenseitig.

 

Was ist die Bedeutung des Wortschatzes?

  • Wortschatz ist die Basis jeder Kommunikation
  • Ohne Wörter keine Verständigung
  • Ziel: Wörter aktiv und flexibel nutzen können

 

Wortschatzarbeit im Unterricht

  • Systematischer Aufbau ist wichtig
  • Wörter nicht nur isoliert lernen
  • Kein reines „Wort-für-Wort-Übersetzen“
  • Lernen im Kontext ist wichtig (Sätze, Situationen)

 

Mehrkanaliges Lernen -> Je mehr Sinne beteiligt sind, desto besser lernen wir!

Die fünf Sinne im Unterricht nutzen:

  • Sehen (Bilder, Videos)
  • Hören (Audio, Dialoge, Filme)
  • Riechen (Stimmungen, Assoziationen)
  • Schmecken (z. B. Essen ausprobieren)
  • Tasten (Gegenstände fühlen, „Fühltüte“)

Besonders wichtig für nachhaltiges Wortschatzlernen

Aktivierung verschiedener Wahrnehmungskanäle

 

Was ist das mentale Lexikon?

  • Jeder Mensch hat sein eigenes Lexikon im Kopf!
  • Speichert Wörter in semantischen Verbindungen, bildet Netzwerke
  • Alle Informationen, die mit einem Wort gelernt werden, werden gemeinsam gespeichert und automatisch mit abgerufen
  • Um in das Lexikon zu gelangen, braucht das Wort Aufmerksamkeit (muss „interessant“ sein!)
  • Aktivität und Wiederholung sind Kernbegriffe beim Wortschatzlernen

 

Wortschatz statt Wörter

„Chunks“-Lernen (Wortphrasen: Guten Tag!, Mir geht es gut! Fussball spielen, schönes Wetter usw.) ist wichtig, denn:

  • Man nutzt die Gehirnkapazität damit besser aus (7 Einheiten)
  • Man lernt Wörter in einem Kontext, die auch gemeinsam gespeichert und abgerufen werden
  • Sie ermöglichen flüssige mündliche Kommunikation, weil sie automatisiert werden
  • Man lernt dadurch viel Grammatik (nicht analysierte Einheiten/Sprache)

 

Was ist ein Chunk?

  • Formelartige Ausdrücke: „Grüß dich!“ – „Wie geht’s?“
  • Idiomatische Ausdrücke: „zwischen zwei Stühlen sitzen“
  • Redensarten: „Morgenstund hat Gold im Mund“
  • Kollokationen: „schönes Wetter“, „braver Junge“
  • Satzmuster: „Ich hätte gern…“, „Er fährt mit dem Fahrrad”

 

 

Chunks – präfabrizierte Ausdrücke

  • Sie kommen sehr oft in der Sprache vor – immer in derselben Form
  • Manche sind kurz – manche lang
  • Manche sind vollständig – manche müssen vollendet werden
  • Sie sind oft sprachlich komplex (Wie geht es dir?)
  • Sie werden sehr schnell produziert
  • Sie machen es möglich, dass die Schüler sehr schnell kommunizieren können

 

Chunks und Grammatik

  • Chunks beinhalten eine Menge grammatische Informationen!
  • Im Anfängerunterricht sollte man Deutsch durch Automatisierung von Chunks lernen – nicht durch grammatische Regeln!

 

Wortschatzerwerbsstrategien

Der Inhalt/das Thema muss Sinn machen, denn:

  • die Aufmerksamkeit muss „geweckt“ werden
  • Mentale Aktivität ist nötig, um das Wort zu behalten (vom Kurzzeit- zum Langzeitgedächtnis)
  • Wiederholen, wiederholen, wiederholen… – in variierender Weise
  • Die Sinne müssen einbezogen werden
  • Chunks müssen automatisiert werden
  • Die Chunks/Wörter müssen kommunikativ verwendet werden

 

Gedächtnisstrategien

  • an Vorwissen anknüpfen – Mindmaps ausarbeiten
  • kommunikativ verwenden, in variierten Kontexten
  • kategorisieren – Taxonomien erstellen
  • kontextualisieren – sinnvolle Zusammenhänge
  • bekannte Sprachmittel neu kombinieren (z.B. Gegensätze finden)
  • mehrkanaliges Lernen – die 5 Sinne aktivieren
  • Lautverwandtschaft nutzen
  • Assoziagramme / Semantisches Netzwerk
  • Wiederholungen, Wiederholungen, …
  • Wortkarten, Spiele verwenden
  • Lieder, Reime usw. auswendig lernen

3. Modalpartikeln als prototypische Chunks (Friedrich Lang)

 

Kernaussage

Modalpartikeln sind ein zentraler Bestandteil der gesprochenen deutschen Sprache und besonders schwierig für Fremdsprachler.

Durch die Analyse typischer Sprachmuster und die Verwendung von Chunks können diese Partikeln jedoch besser verstanden und im DaF-Unterricht effektiver vermittelt werden

 

Theoretische Grundlage: Chunking

Ein zentraler Ansatz der Arbeit ist das Konzept des Chunking.

 

Chunking bedeutet, dass Sprache nicht nur über Regeln gelernt wird, sondern über typische feste Sprachmuster (Chunks).

 

Beispiele für Chunks:

Das nennt man doch so.

Das ist ja klar.

Man muss halt …

 

Diese Muster werden als ganze Einheiten gespeichert und später flexibel verwendet.

 

Laut Forschung:

Sprachenlernen basiert stark auf Sequenzen und festen Mustern

Grammatik entsteht oft durch Analyse solcher gespeicherten Sequenzen

 

Darum ist Chunking besonders hilfreich für Fremdsprachenlernen.

 

Modalpartikeln als Sprachphänomen

Modalpartikeln sind:

nicht flektierbar

meist unbetont

nicht erfragbar

stehen typischerweise im Mittelfeld des Satzes

 

Sie kommen besonders häufig in der gesprochenen Sprache vor und beziehen die Aussage auf die Sprechsituation.

 

Typische Modalpartikeln sind z. B.:

doch

ja

eben

halt

mal

nur

schon

 

Konsensus-konstituierende Modalpartikeln

Die Arbeit konzentriert sich auf eine spezielle Gruppe:

Konsensus-konstituierende Modalpartikeln.

 

Diese Partikeln stellen eine gemeinsame Wissensbasis zwischen Sprecher und Hörer her.

 

Die wichtigsten sind:

doch

eben / halt

ja

 

Ihre Funktion ist es, auf gemeinsames Wissen oder gemeinsame Erfahrung zu verweisen!!

 

Funktion der einzelnen Partikeln

 

1. doch

Der Partikel doch erinnert den Hörer an etwas, das eigentlich schon bekannt sein sollte.

Beispiel:

Das nennt man doch so.

Das nennt man doch so.

Es ist doch so.

 

Funktion:

erinnert an gemeinsames Wissen

verstärkt Behauptungen oder Erwartungen

kann auch in Fragen oder Imperativen vorkommen

 

2. eben / halt

Diese Partikel stellen einen Sachverhalt als unveränderliche Tatsache dar.

Beispiel:

Man muss halt etwas ändern.

Man muss halt etwas machen.

Dann geh halt nach Hause.

 

Funktion:

zeigt eine unumgängliche Situation

wird oft in Argumentationen oder Begründungen verwendet

kann resignierend wirken

 

Eben und halt sind in vielen Fällen austauschbar, auch wenn es regionale Unterschiede gibt.

 

3. ja

Der Partikel ja signalisiert, dass etwas bereits bekannt sein sollte.

Beispiel:

Das ist ja klar.

Das ist ja klar.

Man muss ja etwas tun.

 

Funktion:

aktiviert gemeinsames Wissen

erinnert den Hörer an bekannte Informationen

unterstützt den Konsens im Gespräch

 

 

4. Grammatik und Motivation von Wilfried Krenn

 

Kernaussage

 

Grammatik und Motivation sind kein Widerspruch. Grammatikunterricht kann motivierend sein – wenn er sinnvoll gestaltet wird und sich an den Lernenden orientiert.

 

Zentrale Ideen des Textes

 

1. Grammatik kann motivieren

Gibt Struktur und Orientierung im Lernprozess

Macht Fortschritte sichtbar

Reduziert Komplexität durch klare Regeln und Teilschritte

 

2. Motivation entsteht durch sinnvolle Aufgaben

 

Grammatik wird motivierend, wenn Aufgaben:

bedeutungsvoll (relevant) sind

kommunikativ eingebettet sind

persönlichen Bezug haben

 

Wichtige Motivationsstrategien

 

a) Spielformate

steigern Aufmerksamkeit und Spaß

fördern Wiederholung ohne Langeweile

 

b) Neugier & ungewöhnliche Wahrnehmung

z. B. kreative Übungen (Rücken schreiben, lautloses Sprechen)

fördern Sprachbewusstsein

 

c) Persönliche Relevanz

Aufgaben mit Bezug zu eigenen Erfahrungen motivieren stärker

 

d) Kreatives Schreiben

verbindet Grammatik mit Ausdruck eigener Ideen

stärkt Selbstvertrauen und Eigenständigkeit

 

e) Textarbeit & Rekonstruktion

 Übungen zu finden, bei denen Texte rekonstruiert werden müssen, löst intensives Üben aus, ist abwechslungsreich und herausfordernd

 

f) Wahlmöglichkeiten + Struktur

Balance zwischen klaren Vorgaben und Freiheit ist wichtig

Selbstbestimmung motiviert

 

g) Systematik ist wichtig

klare Regeln und Terminologie geben Sicherheit, sollten aber nicht den Unterricht dominieren, sondern unterstützen

 

Rolle der Lehrperson

  • Als Lehrerinnen und Lehrer können wir nicht auf alle Faktoren, die die Motivation der Lerner beeinflussen, einwirken. Motivation ist ein zu umfassendes, komplexes Phänomen
  • Motivation eine so grundlegende Voraussetzung dafür, dass Lernen überhaupt stattfindet

 

Lehrer sollten:

Lernende in den Mittelpunkt stellen

interessiert und flexibel bleiben

eine positive Lernatmosphäre schaffen

 

Wichtigster Gedanke:

„Wir unterrichten Menschen, nicht die Sprache.“

 

Aktivitätsbeispiele (siehe Lernziele 4. Semester)

 

5. Funktionel grammatikformidling i tysk von K. Bjerre og P. Klimaszyk

Die Ebenen des Modells erklärt

 

Funktionelles Sprachverständnis (funktionelt sprogsyn)

Sprache wird als Mittel zur Kommunikation gesehen

Wichtig ist: Was mache ich mit Sprache? (nicht nur Regeln)

 

Beispiel: Ich benutze Sprache, um etwas zu erzählen, fragen, erklären.

 

Kommunikativer Spracherwerb (kommunikativt tilegnelsessyn)

Man lernt Sprache, indem man sie benutzt

Lernen passiert durch echte Kommunikationssituationen

Prinzip:

„Use → Learn“ (erst benutzen, dann verstehen)

 

Handlungsorientierter Unterricht

Unterricht ist aktiv und praxisnah

Lernende müssen etwas tun (fragen, sprechen, handeln)

 

Beispiel:  Schüler gehen herum und befragen sich gegenseitig.

 

Integrierte Grammatikarbeit

Grammatik wird nicht isoliert unterrichtet

sondern in Kommunikation eingebettet

 

Beispiel:  Grammatik entsteht innerhalb einer Aufgabe (z. B. Gespräch)

 

Nächste Entscheidung: Wie wird Grammatik gelernt?

 

Implizit

Lernen passiert unbewusst

durch Wiederholung und Anwendung

 

Beispiel:  Schüler benutzen immer wieder Perfektformen → lernen automatisch.

 

Explizit

Regeln werden bewusst erklärt oder entdeckt

Fokus auf Form und Struktur

 

Beispiel:  Lehrer erklärt die Regel oder Schüler analysieren sie.

 

Wenn explizit: Wie genau?

Induktiv (von Beispiel → Regel)

Schüler entdecken Regeln selbst

Beispiel:  Sie schauen Sätze an und finden selbst die Wortstellung.

 

Deduktiv (von Regel → Anwendung)

Lehrer erklärt zuerst die Regel

dann wird sie angewendet

Beispiel:  Im Perfekt steht das Verb an Position X

 

 

6. Was findet man in Fælles Mål for faget tysk über Lernstrategien?

 

Lernstrategien im Deutschunterricht

In den Gemeinsamen Zielen und im Lehrplan gibt es keinen eigenen Abschnitt nur zu Lernstrategien wie in einem didaktischen Lehrbuch – vielmehr sind Lernstrategien in die Ziele zur Kommunikation und zum Spracherwerb integriert.

 

1. Strategien zur Arbeit mit Texten

Von den Schülerinnen und Schülern wird erwartet, dass sie:

  • Lesestrategien wie Skimming und Scanning anwenden – also ein schnelles Überfliegen, um den Hauptinhalt zu erfassen oder gezielt Informationen zu finden.

Diese Strategien helfen den Lernenden, deutsche Texte in verschiedenen Kontexten effektiv zu lesen – sowohl in schriftlichen als auch in digitalen Materialien.

 

2. Hör- und mündliche Strategien

Der Unterricht umfasst außerdem:

  • Hörstrategien, z. B. auf den Hauptinhalt oder auf Details in gesprochenem Deutsch zu achten
  • Strategien für die mündliche Kommunikation, z. B. Umschreibungen zu verwenden, wenn ein Wort fehlt

Diese werden aktiv in mündlichen Übungen, Dialogen und kooperativen Aktivitäten im Unterricht eingesetzt.

 

3. Nutzung von Hilfsmitteln

Die Schülerinnen und Schüler sollen außerdem:

  • Wörterbücher, grammatische Übersichten und digitale Hilfsmittel als Teil ihres Spracherwerbs nutzen
  • IT und Medien z. B. für Textverarbeitung, Informationssuche und Kommunikation einsetzen

Dies fördert den strategischen Umgang mit Werkzeugen, denen die Lernenden innerhalb und außerhalb des Unterrichts begegnen.

 

4. Schriftliche Prozesse

Der Lehrplan erwähnt auch:

  • die Nutzung des Schreibprozesses und seiner Phasen, z. B. Planung, Ausarbeitung und Überarbeitung, einschließlich elektronischer Textverarbeitung

Dies ist ebenfalls eine sprachliche Kompetenz, da gutes Schreiben und Lesen eng miteinander verbunden sind.

 

7. Können wir in Fælles Mål for faget tysk etwas über die Verwendung von Liedern, spielerische Aktivitäten, und Bewegung finden?

 

Körperliches und sinnliches Lernen

Im Anfangsunterricht betont Fælles Mål

  • Gestik
  • Mimik

Diese Elemente unterstützen das Verständnis der Lernenden und erleichtern es, Wörter mit ihrer Bedeutung zu verknüpfen.

 

Lieder und Rhythmus als sprachliche Unterstützung

Fælles Mål hebt den Einsatz von Aktivitäten hervor wie:

  • Lieder
  • Spiele
  • Bewegung
  • spielerische Aktivitäten

Diese tragen zur Entwicklung von:

  • Aussprache
  • Intonation
  • Wortschatz

bei. Besonders in den ersten Klassenstufen sind Lieder und Rhythmus zentrale didaktische Mittel im Sprachunterricht.

Nonverbale Kommunikation

Fælles Mål weist darauf hin, dass Schülerinnen und Schüler die Fähigkeit entwickeln sollen:

  • Körpersprache zu verwenden und zu verstehen
  • Mimik und Gestik in der Kommunikation zu erkennen

Dies wird als wichtiger Teil der kommunikativen Kompetenz angesehen.

Kurz gesagt

Fælles Mål betrachtet Bewegung, Lieder, spielerische Aktivitäten, Gestik und Mimik als zentrale didaktische Mittel—insbesondere im Anfangsunterricht—da sie die Entwicklung kommunikativer Kompetenzen durch einen aktiven, körperlichen und motivierenden Zugang zum Sprachenlernen fördern.

 

 

8. Was sagt Fælles Mål über mündliche Kommunikation?

 

Im FM für Deutsch in der dänischen Folkeskole ist die mündliche Kommunikation eines der zentralen Kompetenzbereiche des Faches. Grundsätzlich geht es darum, dass die Schülerinnen und Schüler gesprochenes Deutsch verstehen und sich selbst mündlich auf verständliche und zusammenhängende Weise ausdrücken können.

 

Kompetenzbereich: Mündliche Kommunikation

 

Das übergeordnete Kompetenzziel nach der 9. Klasse lautet:

Die Schülerin / der Schüler kann auf Deutsch mündlich in einer verständlichen und zusammenhängenden Sprache kommunizieren.

 

Was umfasst mündliche Kommunikation?

 

Laut Fælles Mål arbeitet man sowohl mit rezeptiven als auch mit produktiven mündlichen Fertigkeiten:

 

1. Hörverstehen

Die Schüler sollen:

den Hauptinhalt gesprochener deutscher Sprache zu bekannten und vertrauten Themen verstehen

Botschaften in z. B. Gesprächen, Audio- und Videomaterial verstehen

Strategien anwenden, um Bedeutungen aus dem Zusammenhang, aus Mimik und aus der Situation zu erschließen

 

2. Mündliche Produktion und Gespräch

Die Schüler sollen:

nach Informationen fragen und Informationen zu bekannten Themen austauschen

erzählen, berichten und kommentieren – in einfacher Sprache

ein vorbereitetes Thema präsentieren, z. B. in Form eines Vortrags, Rollenspiels oder einer Medienproduktion

 

3. Einsatz sprachlicher Strategien

Die Schüler sollen lernen:

Kommunikationsstrategien anzuwenden, z. B. um Hilfe zu bitten oder sich anders auszudrücken

die Kommunikation durch Körpersprache, Mimik und Umschreibungen zu unterstützen

 

Der Unterricht soll den Schülerinnen und Schülern Möglichkeiten geben:

authentisches Deutsch zu hören

mit anderen Schülern auf Deutsch zu sprechen

an mündlichen Präsentationen zu arbeiten

Aussprache, Wortschatz und Satzbau als Unterstützung für die Kommunikation zu entwickeln