Studienprodukt - Unterrichtsverlauf mit Schwerpunkt auf Wortschatzaneignung
Klassenstufe:
- Klasse an einer christlichen Privatschule in Sönderjytland (Grenzgebiet)
10 Schüler:
- 3 Deutsche
- 1 Däne, die bis zur 6. Klasse auf einer deutschen Schule war
- 6 Dänen, die sehr herausgefordert sind Deutsch zu lernen
= intensiver Bedarf für Differenzierung
Zeitfenster:
3-4 Lektionen
Situation/kurze Beschreibung:
Wie oben beschrieben gibt es in dieser 7. Klasse einen großen Bedarf an Differenzierung. Ich hatte ein Gespräch mit den deutschen Schülern und auch der Dänin, die bis vor kurzem auf einer deutschen Schule war. Ich erklärte ihnen den Unterschied zwischen Deutsch als Muttersprache und Deutsch als Fremdsprache und erwähnte, dass ich mir darüber im Klaren bin, dass der Unterricht manchmal vielleicht etwas langweilig für sie sein wird, jedoch passend für die dänischen Klassenkammeraden. Ich erklärte ihnen auch, dass es wichtig ist den Dänen positiv und hilfsbereit zu begegnen, wenn sie etwas nicht verstehen – genauso, wie sie sich das auch von den Dänen wünschen, wenn sie ihr Bestes geben Dänisch zu sprechen. Die drei deutschen Schüler sind nämlich erst vor circa 1-2 Jahren nach Dänemark auf die dänische Schule gekommen, weswegen das Dänisch sprechen und schreiben noch eine Herausforderung ist.
Ich werde in meinem Unterrichtsverlauf zeigen, wie ich versuche das Unterrichtsangebot so zu gestalten, dass ab und an die deutschen Schüler auf einem höheren Niveau herausgefordert werden, jedoch nicht immer. Ich muss nämlich auch sehr aufmerksam auf die dänischen Schüler sein, weil 4 von den 6 Schülern sehr herausgefordert sind und fast nichts können. Ich möchte im Verlauf auch kleine Aufgaben anbieten, die es diesen Schülern ermöglichen etwas zu lernen.
Thema:
Berufe
Lernziele:
- Wortschatzaneignung zum Thema Berufe durch semantische Felder und spielerische Aktivitäten erlernen und trainieren
- Kleine Gespräche und Dialoge zum Thema mündlich meistern – hören, verstehen und antworten
- Multimodale Texte lesen und verstehen
Ziel insgesamt:
Durch Spiele, Leseaktivitäten und schriftliche Aktivitäten sollen die Schüler am Ende des Verlaufes einfache Gespräche zum Thema führen können und sich verständlich machen können (fælles Mål)
Aktivitäten zur Wortschatzaneignung
-
Langsamer Einstieg ins Thema Berufe
- Weltwissen aktivieren/persönliche Verbindung zum Thema
- Semantische Felder
- Zu welchen Berufsfeldern haben die Schüler eine Verbindung
Ich gebe den Schülern eine Kopie (siehe unten) und fordere sie auf die Kopie auszufüllen. Man darf die Antworten gerne auf dänisch schreiben, jedoch fordere ich sie heraus mit Hilfe des Wörterbuches die Antworten auf Deutsch zu schreiben (Differenzierung)
Ziel:
- Sich erstmal einen Überblick zu verschaffen welche Wörter und Wortgruppen zum Thema gehören und was die Schüler mit dem Wort Beruf in Verbindung setzen
- Welche Berufe haben die Eltern und welchen Berufswunsch haben die Schüler selbst = persönliche Verbindung zu bestimmten Berufsgruppen macht das Erlernen des Wortschatzes leichter
Nachdem die Schüler die Aufgaben gelöst haben, sprechen wir im Plenum gemeinsam über ihre Antworten. Ich habe einen leeren Wortigel an der Tafel und wir füllen diesen gemeinsam aus. Vielleicht füge ich noch einige Begriffe hinzu, falls die Schüler zu wenig gefunden haben oder allgemeine Begriffe fehlen. Zum Abschluss frage ich die Schüler auf Deutsch, was der Beruf des Vaters/der Mutter ist und welchen Traumberuf die Schüler haben (mündliche Kompetenz fördern – hören, verstehen und antworten).
Differenzierung: /
Wimmelbild – welche Berufe siehst du auf dem Bild?
Ich arbeite gerne mit Bildern, weil Bilder das „echte Leben“ mit ins Klassenzimmer bringen und die Schüler sich in eine Thematik besser einleben können. Hier habe ich ein Wimmelbild zum Thema Berufe gefunden.
Ich teile die unten angegebene Kopie (siehe Vorder- und Rückseite) an die Schüler aus und sie sollen die Aufgabe lösen.
Ziele: Wortschatz Berufe erweitern oder wiederholen (Übung 1)
Differenzierung:
- Von den deutschen Schülern erwarte ich, dass sie mindestens 10 Berufe finden und diese dann auch korrekt ins Dänische übersetzen können
- Die sehr schwachen Schüler sollen mindestens 4 Berufe finden (das sage ich ihnen leise, wenn alle damit anfangen die Aufgabe zu lösen)
- Alle anderen lösen die Aufgabe so, wie sie gestellt ist
Bild und Berufsbezeichnung zuordnen
Nachdem wir mit Übung 1 + 2 fertig sind, konnte ich mir einen Überblick verschaffen zu welchen Berufen viele in der Klasse einen Bezug haben und welche Berufe die meisten Schüler auf dem Wimmelbild gefunden haben. Ich entschließe mich im weiteren Verlauf den Fokus auf die Berufe zu legen, die einerseits mit dem Weltwissen und persönliche Verbindungen der Schüler zu tun haben (viele haben Eltern oder Großeltern, die Bauern sind, LKW fahren oder handwerklich begabt sind). Anderseits füge ich Berufsgruppen hinzu, die meiner Meinung nach zum allgemein wichtigen Wortschatz gehören, wie z.B. Polizist, Lehrer usw.
Aufgabe:
- Im Plenum soll einer nach dem anderen die richtige Berufsbezeichnung dem entsprechenden Bild zuordnen. Ich habe alle Berufsbezeichnungen in maskuliner und femininer Form auf ein Stück Papier geschrieben und mit Magneten seitlich an der Tafel befestigt.
- Wir sprechen erst darüber, dass es in der deutschen Sprache eine maskuline und feminine Form gibt. Das ist eine Wiederholung. Die Schüler wussten das schon. Trotzdem frage ich nochmal, was oft angehangen wird, um in einer Berufsbezeichnung auszudrücken, dass es eine Frau ist. Ein Schüler wusste, dass man -in am Ende des Wortes anhängt. Ich lobe den Schüler und mache auf die Beispiele aufmerksam, bei denen es so ist. Dann erwähne ich, dass das aber nicht immer so gemacht wird und weise auf das Beispiel Krankenpfleger und Krankenschwester hin.
- Desweiteren erinnere ich die Schüler an die Transparenz zwischen Dänisch und Deutsch und ermutige sie Ratestrategien anzuwenden, wenn sie sich unsicher sind (sprachintegrative Didaktik)
- Wie man sehen kann, ist auf jedem Bild jeweils ein Mann und eine Frau. Ich sage den Schülern, dass jetzt einer nach dem anderen nach vorne geht, eine Berufsbezeichnung wählt und dem richtigen Bild zuordnet. Dabei soll man auf jeweils die Frau und den Mann zeigen und die Berufsbezeichnung in maskulin und feminin sagen. Ich gebe ihnen das Beispiel mit Krankenpfleger und Krankenschwester
„Das ist eine Krankenschwester und das ist ein Krankenpfleger“
Ziele:
Wortschatztraining Berufsbezeichnung
Differenzierung:
Geht einer der deutschen Schüler nach vorne, frage ich zusätzlich, was die entsprechende Berufsbezeichnung auf Dänisch heißt, um sie in ihrer Kompetenz zu fördern Dänisch zu sprechen.
Quiz og byt (nach dem Beruf fragen)
Ich drucke die Bilder aus, mit denen wir in Aufgabe 3 schon gearbeitet haben, schneide jedes einzelne Bild aus und schreibe jeweils die Berufsbezeichnung auf die Rückseite, damit auch die schwachen Schüler eine Chance haben die Aufgabe zu bewältigen. Ich leite die Übung ein und erwähne Quiz og byt, was die Schüler schon kennen. Trotzdem erkläre ich nochmal, dass es wichtig ist die Karten nach jedem Dialog zu tauschen, weil man dann auch mehrere Male mit derselben Person sprechen kann, was sehr wichtig ist in einer Klasse mit nur 10 Schülern.
Ich frage die Schüler, ob jemand weiß, wie man auf Deutsch nach dem Beruf fragt. Die deutschen Schüler kamen mit 3 Beispielen, die ich an die Tafel schreibe:
- Was machst du von Beruf?
- Womit arbeitest du?
- Was ist dein Beruf?
Ich anerkenne, dass es mehrere Wege gibt nach dem Beruf zu fragen und entscheide, dass wir uns hier im Unterricht auf zwei Methoden beschränken, die ich auf einer PowerPoint Slide zeige – wie fragt man nach dem Beruf und wie antwortet man. Dann beginnen die Schüler mit der Übung. Ich und eine Hilfslehrerin nehmen auch eine Karte und mischen uns unter die Schüler. Das gibt uns die Möglichkeit zu helfen, zu motivieren und auch einen Eindruck zu bekommen, wie fähig die Schüler sind diese mündliche Übung durchzuführen.
Ziele:
- Förderung der mündlichen Kompetenz
- Wiederholung Wortschatz
- FM einfache Gespräche führen über Alltagsthemen
- Einfache Satzstrukturen als Chunks lernen
Differenzierung: /
Semantische Felder – welches Wort passt nicht?
Jetzt bekommen die Schüler von mir ein neues Arbeitsblatt mit einer neuen Aufgabe (Differenzierung deutsche und dänische Schüler). Hier sind alle Berufsbezeichnungen erwähnt, die wir bisher schon gelernt haben. Ich möchte die Schüler jetzt herausfordern dem entsprechenden Beruf andere andere Wörter zuzuordnen.
Dänische Schüler:
Jedem Beruf sind 5 Wörter thematisch zugeordnet, wobei ein Wort nicht passt. Die Schüler sollen das unpassende Wort durchstreichen und kurz erklären warum das Wort nicht passt. Diese Erklärung soll gerne auf Deutsch gegeben werden, jedoch darf man auch auf dänisch antworten (Differenzierung schwächere Schüler).
Bevor die Schüler mit der Aufgabe beginnen, sprechen wir kurz über Wortgruppen und wiederholen, was Substantive, Verben und Adjektive sind. Das erläutern wir am Beispiel ”Lehrer”.
Siehe Arbeitsblatt 1-3 (dänische Schüler):
Ziele:
- Semantische Felder verstehen:
- bestimmte Dinge werden gebraucht, um den Beruf auszuüben (Substantive)
- bestimmte Aktivitäten sind den Berufen zugeordnet z.B. eine Krankenschwester pflegt, ein Busfahrer fährt
- bestimmte Eigenschaften sind Berufsgruppen zuzuordnen z.B. ist eine Verkäuferin freundlich (das sollte zu mindestens so sein ;))
- Wortgruppen verstehen (Fokus Substantive, Verben, Adjektive)
- Vorbereitung auf Aufgabe 6 (Sätze zuordnen)
Differenzierung:
Ich möchte die deutschen Schüler auf eine andere Art und Weise herausfordern eine ähnliche Aufgabe zu lösen. Sie bekommen folgendes Arbeitsblatt 1- 2
Sätze (Berufsbeschreibung) den Bildern zuordnen
Diese Aufgabe ist eine Weiterführung der Übung 5, wobei die Schüler Sätze lesen sollen. In den Sätzen werden die 13 Berufsgruppen beschrieben, mit denen wir gearbeitet haben.
Ziele:
- Fertigkeit lesen üben
- Wörterbuch verwenden üben (Übersetzung)
- Ich mache die Schüler wieder auf die Transparenz zwischen Dänisch und Deutsch aufmerksam und ermutige sie Ratestrategien anzuwenden
Differenzierung:
- Die dänischen Schüler arbeiten mit einfachen Sätzen A1-A2 Niveau
- Die deutschen Schüler arbeiten mit Sätzen B2-C1 Niveau, um sie auf einem höheren Niveau herauszufordern
Arbeitsblätter dänische Schüler:
Arbeitsblätter deutsche Schüler:
Bundesagentur für Arbeit – leichte Sprache
Als multimodalen Text habe ich auf der Bundesagentur für Arbeit einen guten Text gefunden, der in leichter Sprache das Thema Beruf beleuchtet. Es ist wichtig, dass Schüler sich mit „echten“ Texten, Filmen und Musik beschäftigen, weil sie sich auf diese Weise mit der deutschen Kultur befassen und herausgefordert werden sich mit einem authentischen Text auseinanderzusetzen.
Siehe Link hier:
https://www.arbeitsagentur.de/leichte-sprache/unsere-internet-seiten/berufenet
Ziele:
- Fertigkeit lesen trainieren
- Lesen und verstehen authentischer Texte
- Auseinandersetzung mit Wortschatzbereich Beruf auf höherem Niveau
Differenzierung:
- Dänische Schüler niedriges Niveau lesen nur die ersten beiden Ausschnitte (lesen, verstehen und übersetzen)
2. Dänische Schüler höheres Niveau (normales Niveau) lesen die ersten beiden und die nächsten Abschnitte (lesen, verstehen und übersetzen)
3. Deutsche Schüler lesen den ganzen Text und übersetzen ihn mündlich ins Dänische. Hierbei unterstützen sie einander.
Zum Schluss übersetzen wir die ersten 3 Abschnitte gemeinsam im Plenum, wobei ein Schüler den deutschen Satz liest und der nächste übersetzt und so weiter.
Schriftliche Aufgabe „Was ist dein Traumberuf?“
Zum Schluss bekommen die Schüler eine schriftliche Aufgabe, um das erlernte Vokabular anzuwenden und sich schriftlich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Sie sollen die Frage beantworten „Was ist dein Traumberuf und wie möchtest du später damit arbeiten?“.
Ich gebe den Schülern ein Beispiel und auch Hilfestellungen.
PowerPoint Slide:
Welche Fertigkeiten üben die Schüler in diesem Unterrichtsverlauf und wie ist FM berücksichtigt?
Die Schüler üben:
- Lesen und Verstehen
- Mündliche Kommunikation über alltägliche Themen (Beruf)
- Multimodale Texte und Begegnung mit deutscher Kultur (Bundesagentur für Arbeit)
- Funktionelle Grammatik (männliche und weibliche Berufsbezeichnungen) und Wortgruppen (Substantive, Verben, Adjektive)
- Sich schriftlich äußern können über Themen des täglichen Lebens (Berufe)
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