Studienprodukt 2 - Unterrichtsverlauf mit Schwerpunkt auf funktioneller Grammatik
Klassenstufe:
9. Klasse
Zeitfenster:
5-6 Lektionen über das Schuljahr verteilt
Situation/kurze Beschreibung:
Folgende Übungen habe/werde ich nicht notwendigerweise in einem Stück unterrichten, sondern lasse sie innerhalb des Schuljahres mit einfließen. Ich biete die Grammatikübungen nicht isoliert an, sondern mache sie zu/zu einem Teil von Kommunikationsübungen.
Lernziele:
- Lesen Die Schüler lesen kleine Texte und üben sich im Wortschatz und Textverständnis
- Schreiben Die Schüler werden teilweise kleine Texte schreiben, mit Fokus auf Sprachregeln und Rechtschreibung
- Mündliche Kommunikation Hörverständnis trainieren und sprechen
- Funktionelle Grammatik Die Schüler sollen erfahren, dass Struktur einer Sprache Orientierung gibt, Fortschritte sichtbar macht und die Komplexität der deutschen Sprache durch klare Regeln reduziert wird.
Thema:
Funktionelle Grammatik
Struktur, die Sinn macht
Lernmittel in meinem Unterrichtsverlauf:
- Semantische Lernmittel
Musikvideo deutsches Lied „Seite an Seite“ von Christina Stürmer
- Selbst-erstellte Lernmittel
Arbeitsblätter (siehe Verlauf)
- Funktionelle Lernmittel
Bleistift, Heft, Computer, Becher, Lineal, Schere, elekt. Wörterbuch
- Didaktische Lernmittel (siehe unten):
Grammatikübersicht mit den wichtigsten Grammatikregeln (laminiert), welches die Schüler ab der 8. Klasse zur Verfügung gestellt bekommen. Die Schüler sollen lernen dieses Übersichtsblatt zu gebrauchen, um es für eine mögliche Prüfung in der 9. Klasse als Hilfestellung verwenden zu können. Siehe hier:
Aktivitäten
Übung 1: Lokalpräpositionen mit Fokus auf Kasus
Arbeitsform: Plenum und Gruppenarbeit
Lernmittel: funktionelle, didaktische und selbstangefertigte Lernmittel
Fertigkeit: Hörverstehen und sprachlicher Fokus, mündliche Kommunikation
Lernziel: Wortschatztraining Präpositionen mit Fokus auf Lokalpräpositionen und Kasus
Differenzierung/Hilfestellung: /
Zeitfenster: circa eine Lektion
Wir nehmen uns die Grammatikübersicht und schauen uns die Kasustabellen und die Präpositionen an. Ich erkläre den Schülern kurz, was der Kasus ist, und wir übersetzen die Präpositionen. Wir schauen uns folgende PPP Slide zu den Präpositionen mit Dativ und Akkusativ an:
Wir schauen uns eine PPP Slide an, auf der die meisten Lokalpräpositionen erklärt sind:
Danach erkläre ich anhand von Beispielen, was ich damit meine, wenn ich sage, dass Präpositionen den Dativ und Akkusativ bestimmen. Dafür benutze ich Gegenstände, die im Klassenzimmer vorkommen:
Ich schreibe an die Tafel:
der Stuhl und der Tisch im Nominativ und erkläre den Schülern, dass Nominativ die Grundform des Substantives ist.
Ich sage und schreibe gleichzeitig an die Tafel:
Ich stehe zwischen dem Stuhl und dem Tisch
Dann stelle ich mich zwischen einen Stuhl und einem Tisch und wiederhole den Satz.
Ich frage die Schüler warum man sagt „dem“ und mache sie nochmal auf die Tabellen aufmerksam. Es fällt den Schülern leicht herzuleiten, warum man „dem“ sagt -> zwischen steuert den Dativ im Stillstand
Ich fahre in derselben Art und Weise mit mindestens 3-4 Beispielen fort
- Ich gehe um den Stuhl herum.
- Ich stehe auf dem Stuhl.
- Ich lehne mich gegen die Wand und danach gegen den Tisch
- Ich schaue durch das Fenster
Danach machten wir eine Übung, die die Schüler sehr erfrischend fanden. Ich habe einen Becher und Scheren für jeden Schüler mit. Ein Lineal und ein Bleistift haben sie selbst. (siehe Bilder)
Der Becher hat ein Loch am Boden. Die Schüler wunderten sich und ich erklärte ihnen, dass sie bald den Sinn verstehen werden. Ich sagte, dass es nämlich eine Präposition gibt, die ein Loch, Durchgang oder Ähnliches braucht, um sie anwenden zu können. Ich fordere die Schüler auf in der Liste nachschauen, welche Präposition ich wohl meine -> es ist „durch“
Ich schreibe alle Nominativformen mit Artikel an die Tafel, die wir für diese Übung brauchen.
Substantive:
der Becher
das Lineal
die Schere
der Bleistift
( + Grammatikübersicht)
Hörverstehen/sprachlicher Fokus:
Alle haben die 4 Requisiten vor sich. Ich sage, wie sie die Requisiten positionieren sollen und verwende bewusst verschiedene Präpositionen. Achtung Präpositionen bestimmen den Kasus!
Ich fahre fort und gebe den Schülern circa 5-6 weitere Beispiele. Auf diese Weise vertiefen sie ihr Verständnis für dieses grammatische Phänomen und üben zudem das Hörverstehen und Wortschatz.
Danach sollen die Schüler sich in Gruppen von 2-3 Schülern versammeln und abwechselnd einander sagen, wie sie die Requisiten legen sollen. Dabei sollen sie auf den Kasus aufmerksam sein, ggf. die Grammatikübersicht benutzen.
Übung 2: Wir arbeiten mit dem Lied „Seite an Seite“ und legen den Schwerpunkt auf die Zeitformen Präsens, Perfekt, Präteritum und Futurum
Arbeitsform: Plenum und Einzelarbeit
Lernmittel: selbst erstellte Lernmittel und semantische Lernmittel - Lied Seite an Seite v. C. Stürmer https://www.youtube.com/watch?v=Tyba2rwOGPw
Lernziel: Die Schüler sollen verstehen, dass Zeitformen ein wichtiger Teil unserer Kommunikation sind.
Fertigkeit: Hörverstehen, Lesen, sprachlicher Fokus (Zeitformen Präsens, Präteritum, Perfektum, Futurum)
Differenzierung: /
Hilfestellung: Beispielsätze als Hilfssätze
Zeitfenster: circa 1 Lektion
Vorarbeit:
Im Verlauf „Deutsche Musik“ arbeiten wir mit dem Lied „Seite an Seite“ von Christina Stürmer (Wortschatz, Hörverstehübungen, Lückentexte, Musikvideo)
Wir sprechen über die verschiedenen Zeitformen und schauen uns eine Zeitleiste an. Ich möchte gerne, dass die Schüler sehen, dass es viele Zeitformen gibt, wir uns aber nur auf einige beschränken. Deswegen streiche ich die Zeitformen durch, die wir uns in diesem Verlauf nicht anschauen:
Wir gehen theoretisch durch, wie man die verschiedenen Zeitformen bildet und wo man diese im Wörterbuch (ordbog.com/ordbogABC) findet.
Wie schon erwähnt, haben wir vorab schon mit dem Lied gearbeitet, so dass die Schüler mit dem Inhalt schon vertraut sind.
In der folgenden Aufgabe habe ich den ersten Vers des Liedes „Seite an Seite“ umgeschrieben, so dass er im Präsens steht.
Im ersten Abschnitt sind alle Regeln zu den Zeitformen, mit Beispielen, nochmal erklärt. Die letzte Übung auf Seite 3 ist eine extra Aufgabe für die Schüler, die sehr schnell arbeiten. Siehe folgendes Arbeitsblatt (3 Seiten):
Übung 3: Hilfsverben und Modalverben – Modifikation der Sprache
Arbeitsform: Plenum und Einzelarbeit
Lernmittel: selbst erstellte Lernmittel
Lernziel: Die Schüler sollen in erster Linie verstehen, warum Hilfs- und Modalverben wichtig sind. Sprache ist nicht nur eine Fülle von Worte und Regeln, sondern Kommunikation. Mit Hilfe von Hilfsverben (+ Hauptverb) und Modalverben (+ Hauptverb) kommunizieren wir bestimmte Inhalte, die einen wichtigen Aspekt des Lebens beschreiben – es ist bspw. ein großer Unterschied zwischen müssen und dürfen -> nicht als einzelnes Wort gesehen, sondern als eine Situation, in der eine Person sich befindet.
Fertigkeit: Lesen, schreiben, sprachlicher Fokus
Differenzierung: /
Hilfestellung: Beispielsätze als Hilfssätze
Zeitfenster: circa 1 Lektion
Das aktuelle Thema im Unterricht ist „Deutsche Musik“. Wir arbeiteten mit multimodalen Texten, Liedern, Musikvideos usw. Als eine, zum Thema abschließende, Aufgabe möchte ich an dieser Stelle eine Grammatikübung miteinfließen lassen. Bevor wir einen Text lesen, erwähne ich vorab, dass wir uns mit dem Hilfsverb „haben“ und den Modalverben „können, müssen, dürfen, sollen“ auseinandersetzen.
Auf einer PPP Slide erkläre ich welche Funktion Modalverben haben, wenn sie mit einem Hauptverb in Verbindung stehen. Ich wiederhole auch nochmal kurz die Zeitform Perfekt. Aus Übung 2 sind Perfekt und Futurum jedoch eine Wiederholung, weshalb sich mein Schwerpunkt auf Modalverben richtet.
Wir schauen uns danach die entsprechenden Tabellen auf der Grammatikübersicht an und sprechen kurz darüber.
Wir haben uns an dieser Stelle mit viel Theorie auseinandergesetzt, was wichtig ist, jedoch die Schüler oft langweilt und teilweise auch verwirrt. Deswegen wenden wir das neu gelernte Wissen jetzt an und lesen folgenden Text. Dieser ist abgestimmt auf das Thema Deutsche Musik und unseren Verlauf. Wir lesen und übersetzen den Text, wobei die Schüler dem Dickgedruckten extra Aufmerksamkeit schenken sollen:
Im Deutschunterricht haben die Schüler deutsche Musik gehört.
Sie können dabei neue Wörter lernen.
Die Lehrerin hat verschiedene Lieder ausgewählt.
Die Schüler müssen die Texte hören, lesen und verstehen.
Die Schüler können durch das Hören der Lieder die Aussprache verbessern.
Sie dürfen ihre Lieblingslieder mitbringen und den anderen präsentieren.
Dabei soll man viele interessante Aspekte entdecken.
Wir sprechen über den Text. Ich stelle den Schülern Fragen:
- Warum steht im Satz 2 können… lernen? Warum nicht müssen?
- Warum sagt man dürfen… mitbringen in Satz 6? Wenn etwas eine Hausaufgabe ist, müsste man doch sagen müssen mitbringen, oder?
Diese Fragen sollen die Schüler herausfordern, das grammatische Phänomen der Modalverben nicht nur grammatisch zu sehen, sondern als Notwendigkeit für eine adäquate Kommunikation.
Wir schauen uns den Text nochmal an und ich mache die Schüler darauf aufmerksam, wie man
- einen Satz mit haben + Hauptverb bildet
- haben wird nach dem Subjekt gebeugt
- das Hauptverb steht immer im Partizip II und an letzter Stelle im Satz
- einen Satz mit Modalverb schreibt
- das Modalverb wird nach dem Subjekt gebeugt
- das Hauptverb steht immer im Infinitiv und an letzter Stelle im Satz
- einen Satz im Futurum schreibt (Wiederholung)
- das Hilfsverb werden wird nach dem Subjekt gebeugt
- das Hauptverb steht im Infinitiv und an letzter Stelle im Satz
Jetzt bekommen die Schüler die Aufgabe selbst Sätze zu bilden. Vorerst schauen wir uns folgende Slide an:
Es geht um das Verb schreiben.
Wir schauen uns an, wie man schreiben im Präsens beugt.
Die Schüler sollen an dieser Stelle verstehen, dass schreiben das Hauptverb ist und bleibt, aber zusammen mit anderen Hilfsverben oder Beugungen eine andere Aussage oder Zeit bekommt.
Wir schauen uns gemeinsam die Sätze auf dem Arbeitsblatt an, übersetzen sie und reden über den Inhalt und warum es teilweise nötig ist das Verb zu beugen oder ein Hilfsverb hinzuzufügen.
Danach sollen sie selbst Sätze bilden.
Siehe Arbeitsblatt (Aufgabenstellung):
Übung 4: Lügendiktat mit Fokus auf Modalverben
Arbeitsform: Gruppenarbeit
Lernmittel: selbst erstellte und funktionelle Lernmittel (Computer, Papier, Bleistift, elekt. Wörterbuch)
Lernziel/Fertigkeit: Lesen, schreiben, mündliche Kommunikation, sprachlicher Fokus
Differenzierung: Anzahl Sätze
Hilfestellung: Beispielsätze als Hilfssätze
Zeitfenster: 20-30 min
Ich möchte das Thema Modalverben nochmal vertiefen. Das tue ich mit Hilfe einer witzigen Übung. Ich schreibe Fakten über mich auf, die richtig und falsch sein können. Die Schüler sollen die Fakten über mich lesen, miteinander diskutieren, was richtig und falsch sein könnte. Dabei sollen sie ihre Aufmerksamkeit wieder auf das Dickgedruckte legen und dem Thema Modalverben nochmal Aufmerksamkeit schenken. Am Ende sollen sie selbst 3-7 Sätze (Differenzierung) über sich schreiben, dann im Klassenzimmer umher gehen, verschiedene Gesprächspartner finden und andere raten lassen, was richtig und was falsch ist, selbst auch zuhören, was andere über sich erzählen und raten (ähnlich wie Quiz og byt ohne byt). Dabei trainieren die Schüler ihr mündliche Kommunikationskompetenz.
Übung 5: Adjektivübung und semantische Felder
Arbeitsform: Plenum und Gruppenarbeit
Lernmittel: funktionelle Lernmittel, elekt. Wörterbuch
Fertigkeit: lesen, schreiben, mündliche Kommunikation, sprachlicher Fokus
Differenzierung: Ich versuche die Gruppen so zu mischen, dass die herausgeforderten Schüler von den Besseren unterstützt werden, um die Aufgabe zu meistern
Hilfestellung: Beispiele durch den Lehrer
Zeitfenster: 20-30 min
Wir nehmen das Thema Adjektive spielerisch unter die Lupe. Spielerische Aktivitäten lockern oft die Stimmung auf und geben dem „strengen“ Grammatikunterricht Leichtigkeit.
Ich starte eine Unterichtsstunde damit, dass ich der Reihe nach Nomen mit Adjektivattributen an die Tafel schreibe. Die Schüler sollen erraten, welche Überschrift/welches Thema sich dahinter verbirgt.
- das schnelle Fahrzeug
- der laute Motor
- die lange Straße
- das rote Signal
- der gefährliche Unfall
- die enge Kurve
- der volle Tank
- die hohe Geschwindigkeit
- das helle Licht
- der sichere Fahrer Lösung: Verkehr oder Auto
- das leckere Gericht
- die frische Zutat
- der süße Nachtisch
- die heiße Suppe
- das knusprige Brot
- der saftige Apfel
- das kalte Getränke
- das würzige Fleisch
- die gesunde Mahlzeit
- der bittere Geschmack Lösung: Essen/ Lebensmittel
Jetzt haben die Schüler anhand dieser 2 Beispiele die Aufgabe verstanden. Ich wiederhole nochmal, dass es wichtig ist ein passendes Adjektiv für jedes Nomen zu finden, welches das Thema gut beschreibt.
Sie sammeln sich jetzt in Dreiergruppen und finden zusammen möglichst viele Nomen mit Adjektivattributen zu einem Thema ihrer Wahl. Themen könnten beispielsweise Kino, Transport, Leben im Wasser, Familie usw. sein. Die Gruppen präsentieren ihre Assoziationen eine nach der anderen an der Tafel (mit aufschreiben) und die anderen Gruppen versuchen, das Thema zu erraten. Die Gruppe, die die meisten Themen erraten hat, hat gewonnen.
Quellen:
- Grammatik und Motivation von Wilfried Krenn
- Der kleine Duden; Deutsche Grammatik 5. Auflage
- trine‐evald.dk Grammatikübersicht
- DaF unterrichten Basiswissen Didaktik
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